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Ivanti Connect Secure: drei ausgenutzte Lücken verschaffen Root-Rechte ohne Anmeldung – patchen, dann AD prüfen

Die CISA hat am 30. Oktober zwei weitere Lücken in Ivanti Connect Secure in ihren Katalog ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Verkettet mit einer am 13. Oktober gelisteten Authentifizierungsumgehung verschaffen sie einem Angreifer ohne Zugangsdaten Root-Rechte auf der VPN-Appliance. Laut Volexity, das die Angriffe in der ersten Oktoberwoche entdeckte, löschten die Angreifer Spuren aus den Logs der Appliance und hatten es auf Geheimnisse im Active Directory abgesehen.

Betrifft Sie das?

  • Betroffen: alle, deren VPN oder Gateway für den Fernzugriff Ivanti Connect Secure ist.
  • Nicht betroffen, wenn: Ihr VPN nicht Ivanti Connect Secure ist.

Was tun?

  • Installieren Sie noch heute das in Ivantis Sicherheitshinweis genannte korrigierte Release für Ihren Zweig. Laut CVE-Eintrag schloss 22.8R2.5 nur die Authentifizierungsumgehung; LavX zufolge behebt 22.8R2.6 die beiden anderen Lücken. Beim neueren Zweig widersprechen sich die Nummern: LavX nennt 25.1.1.3, der CVE-Eintrag führt die höheren Versionen 25.1.3.0 und 25.1.3.1 als von der Umgehung nicht betroffen. Die Rechteausweitung hat Ivanti am 29. Oktober gepatcht.
  • Noch kein Fix für Ihre Version? Die Anweisung der CISA lautet, das Produkt nicht mehr zu nutzen, bis es einen gibt.
  • Verlassen Sie sich nicht auf die Logs der Appliance: Laut Volexity löschten die Angreifer Spuren aus den Ivanti-Debug-Logs und den Linux-Audit-Logs. Achten Sie auf große Mengen von Anfragen an /dana-na/auth/url_default/welcome.cgi und durchsuchen Sie das Active Directory ab Ende September nach jedem Dienstkonto, das LAPS-Passwörter oder BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel ausgelesen hat, sowie nach Kerberoasting. Unserer Ansicht nach sollten Sie mit dem vom VPN genutzten AD-Konto beginnen.
  • Anzeichen gefunden oder Verbindungen vom VPN zu anderen Rechnern? Volexity rät zu einer forensischen Untersuchung; die CISA verlangt von US-Behörden eine forensische Triage. Unserer Ansicht nach sollten Sie außerdem die Passwörter des AD-Kontos des VPN und jedes Kontos ändern, das beim Auslesen dieser Geheimnisse aufgefallen ist, und die LAPS-Passwörter sowie die BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel rotieren.
  • Nicht: die US-Fristen, 2. und 13. November, als Schonfrist verstehen; Volexity hat die Angriffe Anfang Oktober entdeckt.

Was wir wissen – und was nicht

  • Die Kette laut CISA und den CVE-Einträgen: CVE-2026-104935, eine mit 8,6 bewertete Authentifizierungsumgehung, über die ein entfernter Angreifer ohne Anmeldung Befehle ausführen kann; CVE-2026-118527, über die ein angemeldeter Nutzer Dateien an einen bekannten Ort hochladen kann; und CVE-2026-111357, über die ein lokaler Nutzer Root-Rechte erlangen kann.
  • CVE-2026-111357 bewertet The Hacker News (von LavX übernommen) mit 8,8, Ivantis CVE-Eintrag mit 7,0. Für CVE-2026-118527 gab es am 31. Oktober keinen veröffentlichten CVE-Eintrag; die Details stammen aus dem Katalog der CISA.
  • Volexity fand die Gruppe UTA0576 auf einer Appliance, die damals vollständig gepatcht war (22.8R2.4).
  • Motiv: Volexity tendiert – bei geringer Konfidenz – zu einem kriminellen Motiv; LavX spricht von Spionage.

Warum das wichtig ist

Einem VPN-Gateway vertraut alles, was dahinter liegt. Ein Patch schließt die Lücke; er zeigt nicht, ob sie schon jemand genutzt hat, und ändert kein gestohlenes Passwort. Patchen Sie heute und sehen Sie dann dort nach, wohin diese Angreifer gegangen sind: im Verzeichnisdienst.

Quellen