[WARNING · DIESE WOCHE PRÜFEN]/Meldungen·

Erneut Supermarkt-Tiefkühler gehackt – prüfen Sie, was bei Ihnen nur per Passwort geschützt aus dem Internet erreichbar ist

In der Nacht vom 1. auf den 2. November haben Angreifer aus der Ferne Kühl- und Gefriergeräte in Dutzenden Supermärkten in Belgien, Luxemburg und Schweden aufgeheizt, sodass Lebensmittel verdarben, berichten Reuters und lokale Medien; in Belgien schalteten sie die Geräte in den Abtaumodus. Auch Geschäfte in Irland und Estland melden Vorfälle. Es ist die zweite Welle, nachdem am 11. und 12. Oktober Hunderte französische Märkte getroffen wurden.

Betrifft Sie das?

  • Direkt betroffen: Geschäfte und Lebensmittelbetriebe, deren Kühlsteuerungen aus dem Internet erreichbar sind. In Frankreich meldete die Cyberbehörde kompromittierte Fernsteuerungsmodule von Danfoss und Copeland.
  • Aus unserer Sicht reicht die Lehre weiter: Sie betrifft jedes Unternehmen mit einem Dienst, der offen im Internet steht und nur durch ein Login geschützt ist – ein Admin-Bereich einer Website, ein NAS, Remotedesktop, Kameras oder ein Gerät, das ein Dienstleister verwaltet.
  • Nicht betroffen, wenn: keines Ihrer Systeme – auch keine Geräte von Dienstleistern – aus dem Internet erreichbar ist, außer über ein VPN oder von festen IP-Adressen.

Was tun?

  • Erfassen Sie, was aus dem Internet erreichbar ist: Portweiterleitungen auf Firewall oder Router und jedes Gerät, mit dem sich ein Dienstleister aus der Ferne verbindet.
  • Was nur ein Passwort schützt, verlegen Sie hinter ein VPN oder lassen Sie nur bestimmte IP-Adressen zu. Für die Kühlsteuerungen empfahl die französische Behörde CERT-FR, sie vom Internet zu trennen oder den Zugriff streng zu filtern.
  • Speziell bei Kühlanlagen: Fragen Sie den Installateur, welche Steuerung Sie haben. Danfoss AK-SM 800 und AK-SC 355 erhalten keine Sicherheitsupdates; Danfoss rät, sie abzulösen. Bei der AK-SM 800A lassen Sie sich bestätigen, dass der Patch aus dem vergangenen Jahr eingespielt ist.
  • Anzeichen dieses Angriffs waren Geräte im Abtaumodus oder Temperaturen, die das Personal nicht zurückstellen konnte; die Installateure trennten die Geräte dann vom Netz. Ein estnischer Servicebetrieb sagte, eine Reaktion innerhalb von 10 Minuten habe den Schaden begrenzt.

Was wir wissen – und was nicht

  • Zu den getroffenen Ketten zählen Delhaize, Carrefour und Spar in Belgien sowie ICA und Coop in Schweden; in Irland nahm Musgrave Kühl- und Tiefkühlware aus 13 SuperValu-Filialen.
  • Claroty hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Danfoss-Modelle am Ende ihres Lebenszyklus ein erreichbares Login mit dem Benutzernamen „admin“ und einem aus dem Gerätedatum abgeleiteten Tagescode bieten. Nach dem Angriff in Frankreich zählte Reuters mindestens 4.500 Danfoss-Schnittstellen online.
  • In Estland drangen die Angreifer laut dem Servicebetrieb Kitman Coldtech in eine ältere Danfoss-Steuerung ein. Ob die belgischen und schwedischen Märkte dieselben Geräte nutzen, ist nicht bestätigt; Sabcobel sagt, die Methode sei genau dieselbe wie in Frankreich.
  • Niemand hat sich zu den Angriffen bekannt, und eine Lösegeldforderung ist nicht bekannt geworden.
  • ICA sagt, die Verbindungen der betroffenen Filialen verlaufen außerhalb seines zentralen Netzes.

Warum das wichtig ist

Eine Anmeldeseite, die aus dem Internet erreichbar ist, findet jeder, der danach sucht; ohne zweiten Faktor steht dann nur noch das Passwort im Weg. Bei den alten Danfoss-Modellen ist es ein aus dem Datum abgeleiteter Code. Tiefkühler sind der Extremfall; die Prüfung gilt für jede Administrationsseite, die Sie betreiben.

Quellen