[WARNING · DIESE WOCHE PRÜFEN]/Meldungen·

AES-256-PDFs aus MuPDF < 1.28.5 und einem Foxit-Build öffnen sich ohne Passwort: MuPDF aktualisieren

Forscher von v12.sh haben am 28. Oktober gezeigt, dass mehrere PDF-Programme und -Bibliotheken den AES-256-Dateischlüssel aus so wenig Zufall erzeugen, dass er sich erraten lässt. Bei MuPDF vor 1.28.5 und, für kürzlich erstellte Dateien, bei Foxit PDF Reader Build 2026.1.3.36551 ist der Schlüssel in Millisekunden geknackt. Entschlüssler für beide sind öffentlich. Die Forscher haben die Hersteller informiert; ein Fix ist nur für MuPDF gemeldet.

Betrifft Sie das?

  • Betroffen: Firmen, deren passwortgeschützte Gehaltsabrechnungen, Verträge oder Berichte mit AES-256 von MuPDF vor 1.28.5, von diesem Foxit-Build oder – auf schwächerer Beweislage – von den Java-Bibliotheken OpenPDF 3.0.5 oder iText 9.7.1 verschlüsselt werden.
  • Nicht betroffen, wenn: sich in Ihrer Firma niemand auf PDF-Passwörter verlässt.

Was tun?

  • Finden Sie heraus, welches Programm das Passwort setzt: Das Feld „PDF Producer“ in den Dokumenteigenschaften einer versendeten Datei nennt meist das Programm oder die Bibliothek, die die Datei geschrieben hat, nicht immer die, die sie verschlüsselt hat. Bei Lohnsoftware fragen Sie den Anbieter schriftlich, welche Bibliothek verschlüsselt.
  • MuPDF: auf 1.28.5 oder neuer wechseln, auch in Tools, die es eingebaut haben.
  • Foxit-Build, OpenPDF, iText: Der Artikel nennt keinen Fix. Bis der Hersteller einen bestätigt, verschicken Sie wichtige Dokumente über einen Kanal mit persönlichen Logins, nicht nur als passwortgeschütztes PDF.
  • Nicht: darauf bauen, dass ein Update bereits verschickte Kopien rettet. Enthielt eine von diesem Foxit-Build oder von MuPDF vor 1.28.5 verschlüsselte Datei etwas Vertrauliches, gehen Sie davon aus, dass jeder, der sie hat, sie lesen kann.

Was wir wissen – und was nicht

  • Bei der AES-256-Verschlüsselung von PDFs sperrt ein zufälliger 32-Byte-Dateischlüssel den Inhalt; das Passwort schützt nur diesen Schlüssel. Wer den Schlüssel errät, braucht kein Passwort, egal wie lang es ist.
  • MuPDF vor 1.28.5: 9 Bit Zufallszustand fließen in den Schlüssel ein, es bleiben 512 Kandidaten. Unoptimiertes Python hat sie alle in rund 11 Millisekunden durchprobiert.
  • Der Foxit-Build hasht die aktuelle Zeit, 32 Bytes, die in der Praxis null sind, und eine Konstante; die Forscher prüfen 370 bis 376 Millionen Zeitstempel pro Sekunde.
  • OpenPDF 3.0.5 und iText 9.7.1 initialisieren den Zufallsgenerator für den Schlüssel mit einem Millisekunden-Zeitstempel und dem freien Speicher der Java-Laufzeitumgebung. Das streut stärker, doch laut den Forschern untergräbt es trotzdem das 256-Bit-Versprechen. Für diese beiden haben sie keinen Entschlüssler veröffentlicht.
  • Die Schlüsselableitung nach Foxit-Art steckte schon im ersten öffentlichen Commit von PDFium (Mai 2014); andere PDF-Editoren könnten sie übernommen haben.
  • Offen: ob Foxit, OpenPDF oder iText das beheben und ob andere Versionen oder Tools betroffen sind. Der Artikel erwähnt keinen Einsatz gegen echte Dateien.

Warum das wichtig ist

Für viele kleine Firmen ist ein PDF-Passwort der einzige Schutz für Gehaltsabrechnungen und Verträge. Bei MuPDF vor 1.28.5 und diesem Foxit-Build ist es eher Dekoration. Aus unserer Sicht ist der sinnvolle Schritt diese Woche, herauszufinden, welches Programm verschlüsselt: Davon hängt ab, ob ein Update reicht oder Sie dem Anbieter Fragen stellen müssen.

Quellen